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Für die Innenausstattung sind Überlegungen zu den Bodenbelägen sind besonders wichtig, da sie das Raumklima stark beeinflussen können. Das Einrichten soll aber auch Spaß machen. Es stehen die verschiedensten Qualitäten, Materialien und Verlegetechniken zur Auswahl. Nachwachsende Rohstoffe, wie z.B. Holz, Kork und natürliche Textilfasern verbreiten ein angenehmes Wohngefühl. Die an und für sich positiven Eigenschaften dieser Naturprodukte auf das Raumklima können jedoch durch eine Versiegelung mit Kunstbeschichtungen zunichte gemacht werden. Auch bestimmte Zusatzstoffe und Bindemittel sowie lösemittel- und schadstoffhaltige Klebstoffe können die Freude an dem neuen Belag trüben. Beim Preis-Leistungsverhältnis zahlt sich bei einem Bodenbelag sehr häufig Qualität (Langlebigkeit) aus. Die Freude an den Belägen (z.B. Holzparkett) dauert an, wenn diese mehrmals überarbeitet werden können. Voraussetzung dafür ist eine Mindestdicke der Nutzschicht.
Produkte mit Zukunft Kork ist ein nachwachsender Rohstoff, der fußwarm ist und feuchtigkeitsregulierend wirkt (nur unversiegelt). Korkschrot wird durch Harze gebunden. Hierbei ist auf natürliche Harze zu achten.Synthetische Harze können Formaldehyd (s. Glossar) und andere Schadstoffe enthalten.
Linoleum ist eine natürliche Alternative zu den PVC-Belägen. Es ist fußwarm und antistatisch (ohne synthetische Acrylatbeschichtung). Die wichtigsten Ausgangsstoffe sind Leinöl, Baumharze (oder synthetische Harze), Kork- und Holzmehl, Kalkstein und Farbpigmente. Trägermaterial ist Jute.
Holzparkett und dielen bringen eine warme, behagliche Atmosphäre in den Wohnbereich. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und ein langlebiges Material. Bei der Verwendung von Holzwerkstoffen (z.B. Spanplatten in Fertigparkett) können Schadstoffe, wie z.B. Formaldehyd aus den Bindemitteln ausgasen. Um dies zu vermeiden empfehlen sich hier Produkte mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 38).
Teppichböden bestechen oft durch ihre Farben- und Mustervielfalt. Sie können aus synthetischen Fasern (Polyamid, Polyester, Polyolefine) oder aus Naturfasern (Wolle, Sisal, Kokos, Jute, Leinen) bestehen. Negativ wird das Raumklima und die Gesundheit der Bewohner beeinflusst durch Ausgasungen aus den Schaumstoffrücken (PU Polyurethan) der Teppiche sowie durch verschiedene chemische Ausrüstungen der Fasern (z.B. Antistatika, Permethrin als Mottenschutzmittel).
Wissen was drin ist auf Deklaration der Inhaltstoffe achten! Beim Einkauf von Bodenbelägen und Hilfsstoffen, wie z.B. Klebstoffen oder Oberflächenbehandlungsmitteln auf eine möglichst vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe achten!
Langlebigkeit vereint Ökonomie und Ökologie! Zeitlos-schöne Produkte, die reparaturfähig sind, gelten als langlebig und sind damit in der Gesamtbilanz kostengünstig. Nicht zu vernachlässigen in der Kostenbilanz sind auch die ständig steigenden Entsorgungskosten.
Vernageln - Verspannen - Verkleben Es gibt zum Verkleben von Bodenbelägen gesundheits- und umweltfreundliche Alternativen. Wenn das Kleben jedoch notwendig ist, sollten Sie auf schadstoffarme Klebstoffe zurückgreifen.
Oberflächenbehandlung Eine Oberflächenversiegelung von Holz-, Linoleum- und Korkböden mit Acrylaten (Kunstharze) oder PVC-Schichten ist nicht zu empfehlen, da einige positive Eigenschaften der natürlichen Materialien verloren gehen.
Produkte mit Zukunft
Rauhfasertapeten sind besonders preisgünstig und sind für die gesamte Wohnung geeignet (Ausnahme: direkter Spritzwasserkontakt in Küche und Bad). Gegebenenfalls können sie in verschiedenen Farben überstrichen werden. Ebenso wie Papiertapeten lassen sie die Wände atmen und sorgen so für einen Feuchteausgleich. Besonders empfehlenswert sind Rauhfasertapeten aus Altpapier. Produkte mit dem Blauen
Engel (RAL-UZ 35a) garantieren einen Altpapieranteil von mindestens 80% und sind frei
von schädlichen Hilfs- und Konservierungsstoffen.
Papiertapeten gibt es in den verschiedensten Qualitäten und Mustern. Als Strukturtapete gibt es sie auch mit geprägter Oberfläche. Achten Sie beim Kauf auf den Blauen Engel (RAL-UZ 35a). Papiertapeten mit diesem Zeichen enthalten mindestens 60% Altpapier. Als Strukturtapeten gibt es Papiertapeten mit geprägter Oberfläche und
geschäumte Vinyltapeten. Auf letztere sollten Sie verzichten. Sie sind in der Regel nicht
nur teurer als Papiertapeten, sondern wirken sich negativ auf das Raumklima aus. Außerdem
verbrauchen sie viel Energie bei der Produktion und sind problematisch bei ihrer
Entsorgung.
Hier wird auf einer Papierträgerschicht ein Gewebe aufgeklebt. Gras- und Korktapeten gelten zwar als unbedenklich, können aber allergische Reaktionen hervorrufen und unangenehme Gerüche absondern.
Praxistipps: Verkleben von Tapeten Tapeten werden am besten mit normalem Tapetenkleister aus unbedenklicher Methylzellulose verklebt. Dies gilt auch für die etwas schwerere Rauhfaser. Statt eines Spezialklebers wird bei Rauhfaser der Kleister einfach mit etwas weniger Wasser versetzt. Papiertapete läßt sich am einfachsten bei einer mittleren Stärke verarbeiten
(120 bis 140 g/m²)
Vergleichen Sie die Qualitätsangaben auf den Beipackzetteln. Sie enthalten Informationen über Scheuer- und Lichtbeständigkeit. Die Tapetenrollen sollten die gleiche Seriennummer tragen, um Farbveränderungen zu vermeiden. Besonders bei Rauhfaser lohnt sich eine langlebige Qualität, da sie meist häufig überstrichen wird. Bei bedruckter Papiertapete dagegen wird die Lebensdauer in der Regel von der Mode bestimmt. Rauhfasertapete besteht meist aus zwei Papierschichten mit dazwischenliegenden
Holzfasern. Gröbere Rauhfaser läßt sich häufiger überstreichen ohne die
Strukturoberfläche zu verlieren. Anstrichfarben auswählen Zum Bestreichen von Rauhfaser sollten Sie auf geeignete Wandfarben achten.
empfehlenswerte Produktkennzeichen aus dem Marktbereich Bodenbeläge / Tapeten
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